Sierrra Morena Palido Fino Secco

Schmeckt wie ein sehr guter trockener Sherry, in England mit Goldmedaille als einer der besten Ökoweine prämiert.

Im Mittelalter war Cordoba Schnittpunkt arabischer, christlicher und jüdischer Kultur und Religion. Unglaublich, welche Kultiviertheit und Bildung sich in den Hinterlassenschaften dieser Epoche ausdrückt, traurig anzusehen, mit welch barbarischer Grobschlächtigkeit die christliche (katholische) Kirche diese Kultur zerstört hat. Die Spuren dieser Zeit machen einen Besuch Cordobas zum faszinierenden Erlebnis.

Ungefähr eine Stunde nördlich von Córdoba liegt, mitten in einer wilden, sehr ursprünglichen Berglandschaft auf 700m gelegen, das Dorf Villaviciosa, in dem Toni und Gabriel Gómez ihre Trauben nach den Richtlinien des ökologischen Weinbaus anbaut. In seiner Kellerei verarbeitet die Trauben zu sherryähnlichem Fino, dem typischen Weißwein Andalusiens. In der guten alten Zeit, als die Damen aus besserem Hause zum Kaffeekränzchen noch eifrig Sherry schlürften und der weltweite Konsum dieses Weintyps entsprechend hoch lag, gehörte auch Villaviciosa zur Anbauzone von Jerez, heute muß der Wein als Tafelwein vermarktet werden, genießt in Andalusien aber weiterhin einen ausgezeichneten Ruf.

Neben Gabriel Gomez selbst nehmen am Bioanbauprojekt 4 Familien teil. Sie arbeiten in dieser herben Landschaft auf niedrigstem Ertragsniveau. Noch immer stehen die vor Jahrzehnten gepflanzten Reben bunt durcheinander, der für die Weinqualität gewünschte Mischsatz war bereits im Weinberg angelegt. Aufgrund des extremen Klimas – bis über 40°C heiße Sommer und sehr kalte Winter – treten praktisch keine Pilzkrankheiten auf. Von den früher zahlreichen Schafherden sind nur wenige übrig geblieben, die jedoch grasen während der kalten Monate in den Weinbergen und sorgen so für ökologischen Dünger. Die alten Stöcke tragen nur geringe Mengen gesunder goldener Trauben mit hohen Zuckerwerten. Entsprechend reif und konzentriert werden sie geerntet. Der junge Wein gärt zunächst klassisch im Edelstahl und lagert dann in amphorenförmigen ‚tinajas‘ aus Ton oder Beton. Zur weiteren Reife wird er in mehrlagig übereinandergestapelte Eichenfässer gefüllt, die nur zu 2 Dritteln voll sind. Teil des langsamen Reifeprozesses ist eine dezente Oxydation, der Wein wird durch eine sich im dortigen Kellerklima von selbst bildenden Hefeschicht vor zu viel Luftkontakt geschützt. Aus dem untersten Fass wird jeweils abgefüllt, dann läuft in je nach gewünschtem Weintyp unterschiedlicher Zusammensetzung aus den oberen Etagen Wein nach, und zuletzt wird die oberste wieder mit Jungwein aufgefüllt…

Bei Gabriele Gomez entsteht Wein in einer auf den ersten Blick fast archaischen Weise, bestimmt durch Gefühl, Instinkt und Erfahrung. Nicht nur Wissen wird über Generationen vererbt, sondern durch das Soleraverfahren auch Teile des Weines. Jedes Faß schmeckt anders und ist letztlich ein ganz kleines Element des vom Kellermeister zusammengestellten Endprodukts.

zum Wein

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