Groppello: Weil er anders ist . . .

Ich freue mich immer, wenn die neue MERUM druckfrisch in unserem Briefkasten landet. Meist wird sie noch am selben Abend gelesen.
In der aktuellen Ausgabe gab Andreas März ein Kommentar zum Groppello ab. Dem ist nichts hinzuzufügen, außer Sie haben noch nie einen Groppello verkostet!

Die Faszination des Gardasees ist berühmt. Bardolino und Groppello sind reizvolle Weine, bringen wir sie dazu noch mit süßen Garda-Erinnerungen in Verbindung, werden sie einzigartig! Der Groppello entsteht am lombardischen Garda-Ufer, also genau gegenüber von Garda und Bardolino. Trotz Sichtnähe haben die beiden Rotweine kaum etwas gemeinsam. Der Groppello wird aus Groppello-Trauben, der Bardolino aus vorwiegend Corvina-Trauben gekeltert. Von mittlerem Rubin, dunkler Frucht und stets von gewisser Tanninherbe der wenig bekannte Groppello, hellrot (Classico) bis dunkelrubin (südliches Anbaugebiet), vegetalfruchtig, mit saftiger Säure und feinbitterem Tannin der berühmte Bardolino.

Müsste ich den Groppello zur Beschreibung mit einem bekannteren Wein vergleichen, ich wüsste nicht, mit welchem. Der Groppello ist anders, und somit unvergleichlich. Das ist es, was ihn mir so wertvoll macht. Es ist diese Vielfalt von Weintypen, Aromen, Produktionsrealitäten, Landschaften, Dialekten, historischen Stätten, Dörfern und Menschen, die meine Neugierde und meine Weinfreude nähren. Noch nie empfand ich meinen Beruf und damit mein Leben aufregender als heute, obschon ich seit 20 Jahren über Wein schreibe. Danke Wein! Danke Groppello!

Die Qualitätsentwicklung in dieser Gegend ist noch jung, der Offenweinverkauf ins nahe Brescia liegt noch nicht weit zurück. So ist es denn heute noch schwierig zu sagen, worin genau die Typizität des Groppello besteht. Nicht alle Keller arbeiten sauber, andere können es nicht lassen, den Wein mit Holz zu würzen, bevor man wirklich weiß, wie er ohne schmeckt. Bei der Verkostung der 35 Groppello kamen Merum-Redakteur Jobst von Volckamer und ich aber zur Überzeugung, dass im Valtènesi, so nennt sich dieses Anbaugebiet, eine deutliche Qualitätsbewegung im Gange ist. Es gibt immer mehr gute

Weine, und es schält sich eine Gruppe von Winzern heraus, die sich sehr ernsthaft um die Suche und Herausarbeitung der Typizität des Groppello bemüht und das mit Erfolg.                  Andreas März

Dieser Kommentar stammt aus Merum, der Zeitschrift für Wein und Olivenöl aus Italien, Ausgabe 4/2010. Mehr über Merum erfahren Sie unter www.merum.info

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