„Das demokratische Weinbuch“ – Rainer Balcerowiak

 

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Das ist meine erste öffentliche Buchbeschreibung. Ich denke das ist wichtig für Sie zu wissen und mir erleichtert es den Einstieg ins Thema. Eigentlich gehörte „Beschreiben“ durchaus zu meinem Arbeitsalltag. Jedoch handelte es sich dabei ausnahmslos um Essbares. Wie also beginne ich ein Buch zu beschreiben. Wäre dieses Buch jetzt frisches italienisches Olivenöl, würde ich erst einmal beschreiben, was ich sehe. Warum also nicht? Als erstes fällt mir auf, wie handlich das Büchlein ist. 128 übersichtlich in Times New Roman beschriftete Seiten auf knappen 0,03m2 – damit absolut handtaschentauglich. Haptisch hochwertig durch seinen stabilen Einband. Das Cover erinnert an ein illegal auf eine graue Hausmauer geairbrushtes Statement: „Das demokratische Weinbuch“ – die Graphik einer erhobenen Hand mit Weinflasche: sozialistisch anmutend , aber nicht unsympathisch. Jahrgang 2010. Nicht frisch, aber noch absolut vor Ablauf des Mindesthaltbarkeistdatums.

Soviel zum Äußeren. Die „sensorische“ Qualität war für mich etwas komplizierter zu erfassen. Nicht etwa, weil ich intellektuell nicht in der Lage gewesen wäre den Inhalt zu verstehen, sondern weil Rainer Balcerowiak seine Sicht auf die weinhaltigen Dinge des Lebens so wortgewandt und unterhaltsam verpackt, dass ich zeitweise vom „Ernst“ der Kernaussagen abgelenkt war. Sprachlich trifft Balcerowiak absolut ins Schwarze – für meinen Sinn von Humor. Er formuliert witzig, locker und lässig und die Inhalte muten gut recherchiert an. Ein bisschen fühle ich mich beim Lesen, als würde ich mit ihm am Küchentisch einer Studenten WG sitzen und  zuhören, wie er der grün engagierten Sozialpädagogin, dem versnobten BWLer und dem überstrukturierten Physikstudenten bei Kerzenschein die Welt des Weines erklärt. Ach, eine schöne Vorstellung.

Was nach dem „Abgang“ übrig bleibt, ist ein Lächeln auf den Lippen und die Gewissheit, dass Begeisterung, Authentizität und Respekt für die Kunst des ehrlichen Weinmachens ausreichen, um als Weintrinker „ernst“ genommen zu werden.

Danke Rainer für dieses Buch!

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