Was bedeutet biologischer Weinbau? Teil 2

Weniger Ertrag – mehr Qualität
Nicht nur Schädlingsbefall dezimiert den Ertrag der Bio-Winzer. Auch der Verzicht auf chemisch-synthetisch Dünger vermindert die Ernte. Der Durchschnittsertrag liegt etwa 25 – 50% unter dem des herkömmlichen Weinbaus. Jedoch bringt weniger Menge gehaltvollere Weine mit hohem Potential hervor, sorten- und lagentypisch, mit einer Vielfalt an Inhaltsstoffen, einem großen Säurespektrum und einer Fülle an terroireigenen Aromen.

Der Geschmack des Ursprungs
entsteht da wo Tradition auf Moderne trifft, wo Begeisterung sich mit Knowhow mischt und wo weniger mehr ist. Im Keller werden sorten- und gebietstypische sowie reintönige Weine mit hoher Qualität erzeugt und dabei so wenig wie möglich Behandlungsmittel verwendet. Als Mindeststandard gilt die EU-Richtlinie für ökologischen Landbau (2092/91), die festlegt, welche Hilfsmittel im Weinberg und im Keller eingesetzt werden dürfen. Die Anbauverbände wie Demeter oder Nature et Progrès, denen die meisten Biowinzer angehören, haben in der Regel noch einmal strengere Auflagen als die EU.
Deshalb verzichten Bio-Winzer auf die meisten im konventionellen Weinbau zulässigen Schönungs- und Hilfsmittel. Soweit sich aus den EU-Vorschriften nichts anderes ergibt, müssen die zugelassenen Stoffe aus ökologischen Ausgangsstoffen gewonnen sein. Die Weine werden häufig mit natürlichem Bentonit oder Eiweiß geklärt.

Ganz ohne geht es oft nicht
Für die geschmackliche Stabilität sowie Lager- und Transportfähigkeit wird auch dem Biowein Schwefel zugegeben. Es bilden sich in wässriger Lösung Schwefeldioxid beziehungsweise Sulfite, die konservierend wirken. Verglichen mit konventionellem Wein, gelten für Biowein allerdings strengere Schwefeldioxid-Grenzwerte: In trockenem Rotwein mit einem Restzuckergehalt von 2g/l dürfen höchstens 100 mg/l Schwefeldioxid enthalten sein. Für Weiß- und Roséwein mit entsprechendem Restzuckergehalt gilt ein Höchstwert von 150 mg/l. Bioweine enthalten daher um mindestens ein Drittel Wein weniger Sulfit als konventionelle Weine.

Kontrolle ist gut
Die Weingüter werden jährlich mindestens einmal von einem unabhängigen Institut kontrolliert und zertifiziert, hinzu kommen unangemeldete Betriebskontrollen. Auf dem Etikett ist diese Garantie an der Kontrollnummer zu erkennen. Überwacht wird der strikte Verzicht auf konventionelle chemische Pflanzenschutzmittel und auf synthetische Dünger ebenso wie die Kellerwirtschaft der Betriebe.

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